Sport ist Lebensschule

ACADEMIA SUPERIOR & GENERALI LADIES LINZ: Talk über die Zukunft des Sports

Sport ist Lebensschule

Linz, 15.10.2016. Bei einem „gemischten Doppel-Talk“ im Rahmen des WTA-Tennis-Turniers in Linz, diskutierte Academia-Superior-Obmann Michael Strugl mit Trainerlegende Nick Bollettieri, Österreichs Ex-Top-Spielerin Barbara Schett und den zwei aktiven Spielerinnen, Kiki Bertens und Johanna Larsson über die Zukunft des Sports und über dessen Wert für die Gesellschaft. Markus Hengstschläger, der wissenschaftliche Leiter von Academia Superior, und die Ö3-Moderatorin Kati Bellowitsch moderierten das Gespräch.

Bewegung in den Köpfen verankern

Für Michael Strugl ist der Wert des Profisports rasch gefunden: „Sportlerinnen und Sportler können die Menschen durch ihre Leistungen dazu inspirieren, ihre eigenen Ziele trotz aller Anstrengungen nie aus den Augen zu verlieren. Außerdem motivieren sie die Menschen auch selbst körperlich aktiver zu werden“. Strugl will den Wert der täglichen aktiven Bewegung stärker in den Köpfen der Menschen verankern, um mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Topleistungen im Sport zu generieren. Deswegen investiert das Land Oberösterreich in den Ausbau der Sport-Infrastruktur, sowohl zur Förderung des Breitensports als auch des Spitzensports. Als besondere Zielgruppe sieht er die Jüngsten und zeigt sich erfreut, dass letzte Woche die tägliche Bewegungsstunde in allen oö. Schulen ab dem kommenden Schuljahr beschlossen wurde.

Sport ist Lebensschule

Dass die Gesellschaft und jeder Einzelne viel vom Sport mitnehmen können, davon ist Nick Bollettieri überzeugt. Der 85-jährige Amerikaner hat während seiner Trainerlaufbahn zahlreiche Tennisstars, von Andre Agassi, Jim Courier bis zu Anna Kurnikowa, entdeckt und trainiert. „Vom Sport kann jeder lernen, dass scheitern und Fehler machen dazugehört. Man muss verlieren können, und danach wieder weitermachen“, so Bollettieri, der auch seine persönliche Definition von Erfolg verrät: „Gib was du kannst. Und am nächsten Tag ein wenig mehr“.

„Es kommt nicht drauf an, dass du der Beste bist, sondern dass du dein Bestes gibst“, teilt die Trainerlegende seinen Lebensgrundsatz. Er beurteile seine Schülerinnen und Schüler primär nach ihren Anstrengungen und weniger nach ihren Erfolgen. Diese Art des Umgangs mit Kindern legt er auch Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern nahe. „Das Leben ist schwer genug. Man muss einfühlsam mit Kindern umgehen und sie darin bestärken, neue Dinge auszuprobieren. Dann holt man das Beste aus ihnen heraus“, so Bollettieris Tipp an die im Publikum anwesenden 200 Eltern, Trainer und Sportinteressierten.

Sport, Technologie und Gentechnik

Dieser Sichtweise stimmte auch Österreichs ehemals beste Tennisspielerin Barbara Schett zu: „Meine Eltern ließen mich viele Sportarten ausprobieren bevor ich herausfand, dass mir Tennis besonders Spaß macht“. Als Sportreporterin sieht Schett viel von der Welt. Was ihr auffällt ist, dass im Vergleich zu anderen Ländern, in Österreich weit weniger in den Sport investiert wird. Sie sieht eine steigende Bedeutung von Technologie im Tennissport: „Die Technologie der Gegenwart, von atmungsaktiver Bekleidung bis zu neuen Schlägern, unterstützt die Spielerinnen und Spieler heute enorm im Vergleich zu früher. Das wird sicher noch zunehmen.“

Kontrovers wurde es auf die Frage von Markus Hengstschläger an die aktiven Spielerinnen, ob es für sie vorstellbar wäre, genetische Test einzusetzen, um das Training besser auf den eigenen Körper abzustimmen. Die Niederländerin Kiki Bertens und die Schwedin Johanna Larsson sehen beide darin kein Problem, solange es beim Training hilft. Gen-Doping für den Matcherfolg wird hingegen allseits vehement abgelehnt: „Das wäre Betrug.“ Generell dürfe die Rolle der Technologie im Sport nie überbewertet werden, meint Bollettieri und betont: „Am Ende geht es darum, wer körperlich und mental fitter ist“.

Foto 1: Nick Bollettieri, Babsi Schett, Michael Strugl, Markus Hengstschläger, Johann Larsson mit Ballkindern beim Münzwurf

Foto 2 und 3: Diskussion: Nick Bollettieri, Babsi Schett, Michael Strugl, Johann Larsson und Moderator Markus Hengstschläger
Fotos © Pelzl/Cityfoto

Foto 4 v.l.: Michael Reichel, Kati Bellowitsch, Markus Hengstschlaeger, Kiki Bertens, Michael Strugl, Barbara Schett-Eagle, Nick Bollettieri, Johanna Larsson and Sandra Reichel © Matchmaker Event GmbH