Mindmap 2 von 6, Professor Jesus Crespo Cuaresma, Makroökonom
Zunächst ein Zitat von Professor Cuaresma aus dem offiziellen Internet-Auftritt der WU-Wien: “To a macro-economist, working directly with international organizations and policymakers is important and enriching, as it involves all the relevant issues of economic research.”
In Übersetzung: “Für einen Makroökonomen, (welcher sich mit dem gesamtwirtschaftlichen Verhalten der Sektoren, mit der Analyse der Märkte und den Zusammenhängen innerhalb der Volkswirtschaften befasst; Erg. d. Verf. nach Wikipedia) ist die direkte Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und politisch tonangebenden Kräften wichtig und bereichernd, da sie alle bedeutenden Inhalte der ökonomischen Forschungstätigkeit umfasst.“
Schön, dass sich die Zusammenarbeit des Professor Cuaresmo mit mächtigen Institutionen als für ihn wichtig und bereichernd erweist. Die Frage ist nur: Was haben WIR – die gewöhnlichen Steuerzahler – davon?Vielleicht findet sich in vorliegender Mindmap 2 der AS rund um Professor Cuaresmo ein Hinweis darauf.
Zunächst ist die AS bemüht zu klären, wofür Wirtschaftstheorien überhaupt gut sein sollen: „What ist the purpose of economics?“. Die Antwort eines Normalsterblichen auf diese Frage würde in etwa lauten: „Logisch. Die (Makro-)Ökonomie befasst sich mit der Organisation und Struktur von modernen Volkswirtschaften, damit am Ende wissenschaftliche Aussagen darüber gemacht werden können, was zu tun wäre, damit es unterm Strich ALLEN besser geht.“
Stattdessen wird über wirtschaftliche Modellrechnungen philosophiert (interaction; methods; phenomena; exploit the uncertainty; etc.). Im Sinne der akademischen Dialektik (Jedes Ding hat zwei Seiten.) erfahren wir von den superioren Experten glücklicherweise, dass Modelle immer Modelle bleiben und mit der Wirklichkeit bisweilen rein gar nichts zu tun haben – eine Tatsache, an der übrigens auch die zukünftige Nutzung von Quantenrechnern nichts ändern wird. Die Annäherung an den Irrtum wird mit Quantencomputern zwar virtuoser vollbracht werden können, am eigentlichen Wesen des Modellierens, als klägliche Versuche die Wirklichkeit abzubilden, ändert sich dadurch jedoch kaum etwas. Festgehalten wird von der AS der – nicht bewiesene – Umstand, WIR seien alle sehr anspruchsvoll - „We are very pretentious.“ (im Hinblick auf die Anwendbarkeit von Modellen). Ja freilich, liebe AS, immerhin haben eure Gesellschaften euch ein langjähriges Studium finanziert; und jetzt, in diesen durchwachsenen Zeiten, erwartet die Gesellschaft von superioren Wissenschaftlern wie Sie vorgeben zu sein, einfach etwas mehr. Die Menschen verlangen Antworten, möglichst simple Lösungen. Dass dies womöglich zuviel verlangt sein könnte, weil jeder Mensch zunächst bei sich selbst beginnen wird müssen, diese These findet sich auch in vorliegender Mindmap 2 nur verschlüsselt.
Das Dilemma der gängigen Politik dürfte auch die AS nicht unberührt lassen: Wahrheiten sind in diesen Tagen nicht sehr gut verkaufbar …
Dafür wird wie schon in Mindmap 1 über die irrwitzige Position der (Finanz-)Märkte philosophiert, über die Messbarkeit an sich unmessbarer Dinge (menschliche Werte), über neue wirtschaftliche, mehrdimensionale Forschungsprojekte, etc.. Kein Wort findet sich darüber, dass Märkte immer nur dann dauerhaft funktionieren, wenn für ALLE dieselben Spielregeln gelten - insbesondere im Konkursfall. Kein Wort davon, dass Volkswirtschaften ihren Austausch mittels eines echten, wertbeständigen Zahlungsmittels bestreiten müssten, weil beliebig vermehrbares Papiergeld den gewöhnlichen, nicht wohlhabenden Menschen langsam aber sicher jeglichen Anreiz, wirtschaftlich tätig zu sein, schlichtweg vermiest. Kein Wort davon, dass Wachstum natürlicherweise überwiegend nach innen erfolgt, und nicht expansiv nach außen, wie im gängigen globalen Wirtschaftsmodell. Kein Wort davon, dass insbesondere hochrangige Politiker jene waren, welche eine Gesetzes(schief)lage geschaffen haben, ohne die die heutigen absurden Finanzprodukte undenkbar wären. Kein Wort davon, dass wahrer Kapitalismus – auf Basis eines echten, nicht manipulierbaren Geldes - die Lösung für die meisten der heutigen Probleme darstellen kann (Ludwig von Mises, Austrian Economics, 1912), etc..
Aber das sind bloß die wirren Ansichten eines unverbesserlichen, extremistischen Neoliberalen - oder etwa doch nicht?
Wesentliche Anmerkung des Verfassers: Ich ersuche den werten Leser hiermit, nicht davon auszugehen, ich wüsste alles und könne die Welt in all ihren Facetten schlüssig erklären. Der wesentliche Unterschied zwischen den Experten der AS und mir besteht jedoch darin, dass ich mich KEINERLEI Denkverboten beuge, wohingegen ein gut bezahlter Experte stets Teil eines bedeutend größeren (auch sozioökonomisch) Ganzen ist, dem er nicht missfallen möchte. -> Kaum ein intelligenter Mensch beisst freiwillig in jene Hand, die ihn vortrefflich füttert.
Damit komme ich zu den Handlungsanweisungen (HAW), die AS der Landespolitik in Oberösterreich im wirtschaftlichen Kontext liefert (freie Übersetzung):
HAW 1) Schaffen Sie Bewusstsein dafür, dass Modelle nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun haben.
HAW 2) Politiker müssen unbedingt wissen, dass Modelle immer nur begrenzt aussagekräftig sein können.
HAW 3) Übergeordnete Modelle sind zu erstellen, die die Ungewissheit von Untermodellen berücksichtigen.
HAW 4) Bildung ist wichtig für produktive Demokratien. Gönnen Sie der Jugend Extrakurse in Philosophie, um die Politik zu verbessern.
HAW 5) Erfinden Sie neue Kategorien, um das Wohlbefinden der Bevölkerung messbar zu machen.
Ad HAW 1) Wer hat das noch immer nicht begriffen?
Ad HAW 2) Aha. Werden wir also (ganz oben) von den Allerdümmsten regiert?
Ad HAW 3) Wenn die kleinen Modelle schon nichts taugen, programmieren wir einfach größere.
Ad HAW 4) Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung, werte AS?
Ad HAW 5) Aber bitte fragen Sie die Leute nicht persönlich …
Meint,
Der Kosmotoriker
„Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll".
Ludwig von Mises
[Stefan Böck]

