Presse

Strategieforum Humanressourcen

[Linz, 24.01.2012] 400 Besucher beim „Strategieforum Humanressourcen“ von ACADEMIA SUPERIOR:
 
Menschen machen Erfolg - Humanressourcen entscheidend für Wirtschaftsstandort Oberösterreich
 
„Menschen machen Erfolg“ – unter diesem Motto beschäftigte sich das „Strategieforum Humanressourcen“ von ACADEMIA SUPERIOR – Gesellschaft für Zukunftsforschung gestern Abend in der Linzer Lederfabrik mit der Bedeutung des Humankapitals für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich. „Es sind die Menschen, die den Wohlstand und die erfolgreiche Entwicklung von Regionen maßgeblich prägen und bestimmen. Daher startet ACADEMIA SUPERIOR mit diesem Strategieforum einen Prozess mit regionalen und nationalen Expertinnen und Experten, um konkrete Handlungslinien zur weiteren Entwicklung der Humanressourcen in Oberösterreich zu erarbeiten“, kündigte LAbg. Mag. Michael Strugl als Obmann von ACADEMIA SUPERIOR vor rund 400 Besuchern an.
 
Im Rahmen dieser Veranstaltung, die in Kooperation mit Landesrätin Mag. Doris Hummer und der Sparkasse OÖ stattfand, betonte Strugl, die Menschen mit ihren Potenzialen und Talenten seien gerade im Hinblick auf den Wandel zu einer immer wissensintensiveren Wirtschaft ein Schlüsselthema der wirtschaftspolitischen Reformagenda für OÖ, die von ACADEMIA SUPERIOR erarbeitet wird. Kurzfristig mögen die Menschen zwar den Arbeitsplätzen folgen, „langfristig gehen die Arbeitsplätze aber dorthin, wo die besten Köpfe, die besten Begabungen, sind“, unterstrich Strugl.
 
Oberösterreich könne zwar in vielerlei Hinsicht, z.B. bei der wirtschaftlichen Entwicklung und Innovationskraft, dem hohen Beschäftigungsniveau und der niedrigen Arbeitslosigkeit, eine äußerst erfolgreiche Bilanz vorlegen, trotzdem gebe es drei markante Herausforderungen für unser Bundesland, betonte Strugl: Erstens sei Oberösterreich von der Überalterung der Gesellschaft noch unmittelbarer als andere Bundesländer betroffen. Zweitens sei OÖ bei „Reifeprüfungs- und Tertiärabschlüsse unterrepräsentiert“. Drittens stelle der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften insbesondere im technischen Bereich eine große Herausforderung für Oberösterreich dar. Unser Bundesland müsse daher insbesondere noch bestehende Potenziale bei den Frauen, bei älteren Menschen und bei Migranten ausschöpfen.
 
Landesrätin Hummer betonte, dass es auf Landesebene viele Ansatzpunkte zur Förderung der Humanressourcen gebe: „Der Kernpunkt ist dabei die Bildung. Mit der Initiative ‚OÖ Schule Innovativ‘ wird bereits eine sehr erfolgreiche Maßnahme gesetzt. Weiters muss bei den Frauen angesetzt und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie daher weiter verbessert werden. Die Initiative K3 - Kompetenzzentrum für Karenz und Karrieremanagement - des Landes Oberösterreich setze genau an diesem Punkt an, so Hummer.
 
„Der Bedeutung gut ausgebildeter Menschen für die Wettbewerbsfähigkeit Oberösterreichs müssen wir uns bewusst sein“, so Generaldirektor Dr. Markus Limberger von der Allgemeinen Sparkasse OÖ. Es braucht eine möglichst breite Grundausbildung und man müsse diesbezüglich schon frühzeitig, nämlich bei den Kindern, ansetzen.
 
Dr. Peer Ederer, Managing Director beim renommierten Think-Tank „The Lisbon Council“, unterstrich ebenfalls die Bedeutung des Humankapitals für wissensorientierte Regionen. Bei dem vom Lisbon Council erstellten „Human Capital Leading Indicators“ liege Oberösterreich bei drei von vier Indikatoren (Jugendarbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit, Innovation) jeweils unter den besten 10 % von 270 europäischen Regionen, beim vierten Indikator allerdings, dem Anteil „komplexer Arbeitsplätze“, sei Oberösterreich hingegen noch unterrepräsentiert. Hier müssten die vielen Initiativen und Programme, die in OÖ diesbezüglich bereits laufen würden, weiter fortgesetzt und verstärkt werden.
 
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion befassten sich HR Dr. Ernst Fürst, Leiter der Abteilung Statistik des Amtes der oö. Landesregierung, Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger, Wissenschaftlicher Leiter von ACADEMIA SUPERIOR, Mag. Bernhard Reisner, Vice-President Human Capital bei der Miba Group, Dr. Claudia Schreiner vom BIFIE - Bundesinstitut für Bildungsforschung und Gerhard Straßer, Stv. Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Oberösterreich, mit den Chancen und Herausforderungen hinsichtlich des Humanpotenzials in unserem Bundesland.
 
HR Fürst verwies darauf, dass die Zahl der Jugendlichen pro Jahrgang von derzeit ca. 18.000 um knapp 20 % auf ca. 15.000 Jugendliche im Jahr 2020 zurückgehen werde. Andererseits wird die Anzahl Erwerbstätigen über 50 Jahre bis 2020 stark zunehmen. Vor diesem Hintergrund sieht Fürst ebenfalls insbesondere bei den Frauen zukünftige Beschäftigungsmöglichkeiten, „bei den Männern gibt es hingegen kaum noch weitere Erwerbspotenziale“.
 
Univ.-Prof. Hengstschläger betonte, man müsse mit Blick auf die Herausforderungen der Zukunft auf eine „Qualifizierung, wenn nicht sogar Überqualifizierung der Menschen“ setzen und sich von der Orientierung am Durchschnitt abwenden. Um möglichst viele Talente entdecken zu können, müssen daher auch möglichst viele Personen in den Genuss von Bildung kommen. Einen wichtigen Ansatzpunkt sieht er hier bei den Pädagoginnen und Pädagogen, die einen Talente fördernden Zugang verfolgen sollten.
 
Dr. Claudia Schreiner sieht in der konsequenten regionalen Umsetzung der Bildungsstandards einen wichtigen bildungspolitischen Ansatzpunkt für Oberösterreich. Das mangelnde Bewusstsein für die Bedeutung von Bildung, insbesondere bei jenen Personen mit geringem Bildungsniveau, sei auch eine große politische Herausforderung.
 
Der oft zitierte Fachkräftemangel sei in erster Linie ein demographisches Problem: „Die Grundgesamtheit an verfügbaren Lehrlingen ist einfach geringer geworden“, so Mag. Reisner. Die Qualität der Arbeitskräfte hänge aus seiner Sicht nicht unbedingt mit dem formalen Bildungsniveau zusammen, allerdings setze auch Miba insbesondere auf jene Menschen, die nach der Lehre auch eine Tertiärbildung, etwa an einer Fachhochschule, absolvieren.
 
Eine wesentliche Herausforderung sieht Gerhard Straßer bei jenen Jugendlichen, die über keinen oder nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen, da diese schwer am Arbeitsmarkt zu integrieren seien. Hier habe sich aber sehr viel getan in Oberösterreich, insbesondere arbeiten nun alle betroffenen öffentlichen Stellen zusammen, „damit uns kein Jugendlicher entwischt“. Da die Nachfrage am Arbeitsmarkt nach Arbeitskräften mit niedriger Qualifikation nur sehr gering sei, müsse man die Menschen „um jeden Preis qualifizieren“. Dies betreffe auch ältere Menschen, die ab einem gewissen Alter kaum noch an Weiterbildungen teilnehmen würden.
 
 
Foto 1 (v.l.n.r.): Dr. Claudia SCHREINER, Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung, Univ.-Prof. Dr. Markus HENGSTSCHLÄGER, Wissenschaftlicher Leiter von ACADEMIA SUPERIOR, Landesrätin Mag. Doris HUMMER, LAbg. Mag. Michael STRUGL, Obmann von ACADEMIA SUPERIOR, Dr. Peer EDERER, Director Human Capital Center at The Lisbon Council
 
Fotos: ACADEMIA SUPERIOR

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Foto (v.l.n.r.): Dr. Claudia SCHREINER, Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung, Univ.-Prof. Dr. Markus HENGSTSCHLÄGER, Wissenschaftlicher Leiter von ACADEMIA SUPERIOR, Landesrätin Mag. Doris HUMMER, LAbg. Mag. Michael STRUGL, Obmann von ACADEMIA SUPERIOR, Dr. Peer EDERER, Director Human Capital Center at The Lisbon Council
 

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