Vom Anspruchsdenken zur Wertegesellschaft

Vom Anspruchsdenken zur Wertegesellschaft

roundTABLE in Timelkam

In einem roundTABLE diskutierte die ACADEMIA SUPERIOR über Konsumdenken, eine vorherrschende Vollkaskomentalität, und ein fehlendes Selbstwert- und Verantwortungsgefühl in der Gesellschaft.

Ein Anspruchsdenken scheint derzeit weit verbreitet: Je mehr man hat, umso selbstverständlicher wird alles – und wir wollen immer mehr. Werden die Menschen zu nimmersatten Konsumentinnen und Konsumenten, zu immer unzufriedeneren Bürgerinnen und Bürgern, die „mehr“ mit „besser“ verwechseln?

Viele Dinge werden nur noch konsumiert, anstatt sie zu leben: Unterhaltung, Nachrichten, Politik, selbst Bildung ist zum Konsumgut geworden und droht damit an Wert und Wertigkeit zu verlieren.

„Wer starkes Selbstvertrauen hat, ist in Wirklichkeit ein schlechter Konsument – denn dann kauft man nicht alles.“ – Norbert Kronberger

Liegen die Ursachen für dieses Phänomen in einem allgemeinen Werteverfall, in der Art der Kommunikation, oder in der Natur des Menschen? Regiert tatsächlich der Egoismus oder wird er nur durch aktuelle Entwicklungen besonders hervorgetan? Werden die Menschen unbewusst zu reinen Konsumenten programmiert?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein RoundTABLE, der in Timelkam stattfand. Im kleinen Kreis wurde engagiert über die Ursachen dieser Entwicklung diskutiert und über Lösungsansätze nachgedacht.

Selbstwertgefühl als Schlüssel zur Wertegesellschaft

Obwohl über die Ursachen und tatsächliche Ausprägung einer Anspruchsgesellschaft unterschiedliche Auffassungen diskutiert wurden, zeigte sich Einigkeit bei möglichen Lösungsansätzen hin zu einer veränderten Wertegesellschaft:

Das Prinzip „Sein statt Haben“ ist ein wesentlicher Ankerpunkt für mehr Zufriedenheit. Wesentlich sind deshalb alle Maßnahmen, die von klein auf das Verantwortungsbewusstsein und Selbstwertgefühl der Menschen stärken oder fördern. Denn wer sich seiner individuellen Einzigartigkeit und Talente bewusst ist, ist weniger versucht, den Selbstwert durch kurzlebigen Konsum von außen zu stärken und blickt optimistischer in die Zukunft.

„Was brauche ich für ein erfülltes Leben? Diese Frage muss wieder in den Vordergrund rücken.“ – Benediktinerpater Franz Ackerl

Konkret angedacht wurde dazu die Einführung eines flächendeckenden Ethikunterrichts im Rahmen der Schulbildung, der Anstoß öffentlicher Diskussionen zu der Frage, was ein erfülltes Leben ausmacht und wie ein gesellschaftliches Wachstum hin zu Einzigartigkeit und Authentizität gelingen kann, oder die Schaffung von Freiräumen für Kinder und Jugendliche, um sich zu entfalten und selbst zu verantworten. Schließlich solle jede und jeder dazu animiert und befähigt werden, sich selbst genau diese Fragen zu stellen.