In welchen Sit­u­a­tio­nen beweisen wir heute Mut? Wie viel Mut brauchen wir für unsere Zukun­ft? Und was bedeutet es eigentlich, mutig zu sein?

In zwei inten­siv­en Arbeit­sta­gen haben wir uns beim acht­en SURPRISE FACTORS SYMPOSIUM mit den Geschicht­en mutiger Men­schen auseinan­derge­set­zt und ver­sucht, Antworten auf die Frage zu find­en, was Mut aus­macht und wie wir alle ein Stück mutiger wer­den kön­nen. Denn Mut ist essen­tiell für unseren Fortschritt und eine gerechtere Welt.

Genau das war der Ans­porn, das The­ma “Mut“ aus ver­schiede­nen Blick­winkeln zu betra­cht­en. In den Gesprächen wurde klar, dass Mut etwas ist, das uns aus dem tief­sten Inneren antreibt. Die Moti­va­tion mutig zu sein, wird dabei stark von den Umstän­den bes­timmt. Und Mut ist genau jen­er kri­tis­che Fak­tor, der den Fortbe­stand und die Weit­er­en­twick­lung unser­er Gesellschaft sichert. Und dafür haben wir uns auch heuer wieder von inter­na­tionalen Per­sön­lichkeit­en mit unter­schiedlich­sten Hin­ter­grün­den inspiri­eren lassen, die uns Leitlin­ien für unsere zukün­ftige Arbeit bei ACADEMIA SUPERIOR aufgezeigt haben.

Über Definitionen hinweg

Die Gespräche haben min­destens so viele Fra­gen aufge­wor­fen, wie Antworten geliefert: Wie mutig sind wir wirk­lich, wenn wir noch immer Angst haben, Entschei­dun­gen zu tre­f­fen und aus dem Gewohn­ten auszubrechen? Im Rah­men der Diskus­sio­nen wurde ins­beson­dere über den Ver­such ein­er ein­heitlichen Def­i­n­i­tion von Mut gesprochen, denn Def­i­n­i­tio­nen helfen uns, ein The­ma wie Mut greif­bar­er zu machen. Wann wer­den wir mutig? Braucht es Krisen, damit wir auf­ste­hen und tätig wer­den?

„NICHT IMMER WIRD MUTIGES VERHALTEN BELOHNT. ABER DAS SOLLTE UNS NUR NOCH MEHR BESTÄRKEN.“

Fak­tum ist, dass Krisen dur­chaus Chan­cen für Neues bieten kön­nen. Und Krisen führen ver­stärkt zum Willen zur Verän­derung; zumin­d­est in Wirtschaft und Gesellschaft. Denn während Krisen auf der einen Seite starke Moti­va­toren sein kön­nen, so schwächen sie auf der anderen Seite couragierte Hand­lun­gen. Denkt man an die Forschung, so kön­nen Krisen dazu führen, dass es Wis­senschaf­terin­nen und Wis­senschaftern mehr darum geht, Gefahren abzuwen­den, als neue, mutige Ziele zu erre­ichen. Während „Mut zu beweisen“ in Kriegs­ge­bi­eten gle­ichzeit­ig bedeutet, sein Leben zu riskieren, bedeutet „mutig zu han­deln“ in unserem europäis­chen Kon­text oft eher, mutig ander­er Mei­n­ung zu sein, aus der Kom­fort­zone auszubrechen und Gegeben­heit­en und sich selb­st zu hin­ter­fra­gen.

Die Erzäh­lun­gen der Exper­tin­nen und Experten haben verdeut­licht, dass es unter­schiedliche Moti­va­toren für mutige Hand­lun­gen gibt. Mut ist also sit­u­a­tions­be­d­ingt. Geht es bei den einen darum, Gefahren abzuwen­den, so möcht­en andere durch couragierte Hand­lun­gen ein bes­timmtes Ziel erre­ichen. Eine bes­timmte Tat kann in der einen Sit­u­a­tion auf Mut zurück­zuführen sein, in der anderen auf Torheit oder sog­ar Naiv­ität. Und so lässt sich Mut nicht ein­heitlich definieren.

Heldinnen und Helden für eine mutige Gesellschaft

Wenn wir in die Ver­gan­gen­heit blick­en, dann lässt sich eine Vielzahl an Beispie­len mutiger Men­schen find­en, die für ihre Ziele gekämpft und Widrigkeit­en getrotzt haben. Diese Men­schen zeigen, welche Kraft ein mutiger Men­sch haben kann und dass ein einziger mutiger Men­sch eine ganze Gesellschaft aufrüt­teln und bewe­gen kann. Sie zeigen aber auch, dass unsere Gesellschaft Heldin­nen und Helden braucht. Das heißt, es bedarf Vor­bilder, die aufzeigen, dass es sich lohnt, für das Richtige zu kämpfen. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, vor allem junge Men­schen mit Heldengeschicht­en zu erre­ichen. Eine tra­gende Rolle kann dabei der Fil­min­dus­trie zugeschrieben wer­den, denn Filme kön­nen die Gesellschaft pos­i­tiv und neg­a­tiv bee­in­flussen. Auch Büch­er kön­nen die Botschaften von muti­gen Vor­bildern an eine bre­ite Masse trans­portieren. So kön­nte ein Buch über mutige Per­sön­lichkeit­en aus Öster­re­ich unseren eige­nen Mut bestärken.

Die neue Wagniskultur oder warum es so wichtig ist, mutig zu sein

Wach­s­tum und Fortschritt gibt es nur, wenn Men­schen bere­it sind, Risiken einzuge­hen. Nur wenn Men­schen sich wieder trauen, neue Her­aus­forderun­gen anzunehmen, kön­nen wir uns als Gesellschaft weit­er­en­twick­eln. Europa scheint jedoch wenig zu wagen, wenn es um tief­greifende Verän­derun­gen geht. Genau dann näm­lich, wenn es um Lebensen­twürfe oder die Gesellschaft als Ganzes geht, sucht man oft vergebens nach Mut. Die Poli­tik ist deswe­gen gefordert, eine Wag­niskul­tur zu fördern, in der Freiräume eröffnet wer­den.

„KRISEN KÖNNEN STARKE MOTIVATOREN FÜR GESELLSCHAFTLICHEN MUT SEIN.“

Auch Unternehmerin­nen und Unternehmer müssen sich entwick­eln dür­fen. Ein Unternehmen zu grün­den ist riskant. Kein Geschäftsmod­ell, kein aus­ge­feil­ter Busi­ness-Plan oder unternehmerisches Geschick schützen vor dem Scheit­ern. Men­schen, die heute in Öster­re­ich ein Unternehmen grün­den möcht­en, wer­den oft durch bürokratis­che Hür­den gebremst und verun­sichert. Für das Fortkom­men Oberöster­re­ichs bedarf es aber mutiger (Jung-)Unternehmerinnen und Unternehmer, die neue, voraus­blick­ende Ideen entwick­eln.

Ein Mind­set, Her­aus­forderun­gen als Chan­cen zu betra­cht­en, ist auch in der Forschung gefragt, denn Forschung ist ein wesentlich­er Motor für Inno­va­tio­nen. Die Her­aus­forderung beste­ht darin, sich nicht mit dem Durch­schnitt zufrieden­zugeben und in Bequem­lichkeit zu ver­fall­en. Es muss heißen: Weit­er­ma­chen – selb­st wenn man nicht damit rech­net, Erfolg zu haben; Aus­pro­bieren – auch wenn der Aus­gang ungewiss sein mag. Und es gilt let­z­tendlich, Fehler machen zu dür­fen!

Fazit: Mut braucht Verantwortung

Die Beschäf­ti­gung mit dem The­ma Mut hat uns gezeigt, dass Mut kein­er ein­heitlichen Def­i­n­i­tion fol­gt. Vor­bilder kön­nen uns zwar Rich­tun­gen weisen, doch bleibt die Entschei­dung, Courage zu zeigen, den­noch etwas sehr Indi­vidu­elles. Das heißt, dass wir nur dann wirk­lich mutig sein kön­nen, wenn wir bere­it sind, für unser Han­deln die Ver­ant­wor­tung zu übernehmen. Denn Mut zu beweisen, heißt eben auch oft, Risiken einzuge­hen und vielle­icht auch zu scheit­ern. Auch als mutiger Men­sch erlebt man Mis­ser­folge. Sie dür­fen uns jedoch nicht schwächen, son­dern müssen uns ermuti­gen, unsere Ziele weit­er­hin zu ver­fol­gen. Wir alle ste­hen in der Ver­ant­wor­tung, für das einzuste­hen, was wichtig und richtig ist, und damit aktiv unsere Umge­bung zu gestal­ten. Mut zu beweisen, bedeutet aber auch, in bes­timmten Fällen Ver­ant­wor­tung für andere zu übernehmen. Darum sehen wir es als zen­trale Her­aus­forderung, ein Sys­tem zu schaf­fen, in dem der Ver­ant­wor­tung und dem Mut eine ver­stärk­te Bedeu­tung zukommt.

„ES GEHT DARUM, CHANCEN ZU ERGREIFEN.“

Und so blicke ich mit großer Zuver­sicht der Arbeit in den kom­menden Monat­en ent­ge­gen – denn die ACADEMIA SUPERIOR trägt die Ver­ant­wor­tung, neue Denkanstöße zu geben und Strate­gien für eine gewin­nende Zukun­ft Öster­re­ichs zu konzip­ieren. Lasst sie uns mutig ange­hen.