Bewegt sich die Welt am Abgrund? Dieses Gefühl beschle­icht schein­bar immer mehr Men­schen. Doch ist es wirk­lich so? Welche Entwick­lun­gen dro­hen außer Kon­trolle zu ger­at­en? Und welche Lösun­gen sind in Sicht? ACADEMIA SUPERIOR wird diese The­matik bei ihrem diesjähri­gen SURPRISE FACTORS SYMPOSIUM mit inter­na­tionalen Exper­tin­nen und Experten disku­tieren und nach Lösun­gen suchen.

Erste Denkanstöße für diese Fra­gen erar­beit­ete eine Gruppe junger Studieren­der aus ver­schiede­nen oberöster­re­ichis­chen Hochschulen, gemein­sam mit dem wis­senschaftlichen Leit­er der ACADEMIA SUPERIOR Markus Hengstschläger.

Parallelgesellschaften und das postfaktische Zeitalter

Eine der größten Gefahren verorteten die jun­gen Men­schen im unkon­trol­lierten Entste­hen neuer ide­ol­o­gisch-radikaler Par­al­lelge­sellschaften. „Die Gesellschaft spal­tet sich zuse­hends ent­lang kriegerisch­er Fron­ten und jede Gruppe will den anderen Men­schen ihre Lebensweise aufzwin­gen“, äußerte auch Markus Hengstschläger seine Sorge über diese Entwick­lung.

Die Grundw­erte der Aufk­lärung müssen im „post­fak­tis­chen Zeital­ter” gegen diese Radikalen vertei­digt wer­den, waren sich die Teil­nehmerin­nen und Teil­nehmer einig. Über das Wie wurde dann aber heftig disku­tiert. Denn wir leben schein­bar in Zeit­en, in denen sich selb­st demokratis­che Mehrheit­en für objek­tiv falsche Entschei­dun­gen begeis­tern kön­nen. „Bei der Wahl Don­ald Trumps, dem Brex­it oder den Entwick­lun­gen in der Türkei, Ungarn und in Polen, kann ich nur daneben­ste­hen und mich wun­dern, warum so viele Men­schen da mit­machen“, so ein Teil­nehmer.

Der Staat und die emotionalisierte Gesellschaft

Gle­ichzeit­ig erscheint der Drang viel­er Men­schen, sich der Kon­trolle durch den Staat oder die Gesellschaft zu entziehen, nicht ganz unbe­grün­det. Es herrscht schein­bar das para­doxe Gefühl vor, zuse­hends von außen kon­trol­liert zu wer­den, wo doch gle­ichzeit­ig die objek­tiv­en indi­vidu­ellen Frei­heit­en so groß wie noch nie sind. Die aktuell in den Medi­en disku­tierte „Freibürg­er-Bewe­gung” erscheint als extrem­ster Aus­druck dieses gesellschaftlichen Gefühls.

Doch was dem bei vie­len vorherrschen­den Gefühl, die Poli­tik­er wür­den machen was sie wollen, ent­ge­genset­zen? Welche demokratis­chen Mit­tel ste­hen dem Staat — dem immer öfter vorge­wor­fen wird, sich wieder in Rich­tung Überwachungsstatt zu entwick­eln — zur Ver­fü­gung, um seine Legit­im­ität und Kon­trolle zu unter­mauern? Ob hier mehr direk­te Demokratie das All­heilmit­tel ist, darüber waren sich die Teil­nehmerin­nen und Teil­nehmer nicht einig.

Weit­ere Ele­mente die disku­tiert wur­den, waren etwa die Kon­trolle, die von und über Medi­en, Reli­gio­nen oder die neu entste­hen­den Online-Com­mu­ni­ties aus­geübt wer­den kann.

Der Work­shop war die erste Vor­bere­itungs-Ver­anstal­tun­gen für das große SURPRISE FACTORS SYMPOSIUM der ACADEMIA SUPERIOR. Dieses find­et am ersten April-Woch­enende tra­di­tionell in Toscana Con­gress-Zen­trum in Gmunden statt und beschäftigt sich heuer mit der Frage: „Alles außer Kon­trolle?“.

Dazu disku­tiert der wis­senschaftliche Beirat der Gesellschaft für Zukun­fts­forschung mit inter­na­tionalen Experten und Per­sön­lichkeit­en wie der US-Kriegs­berichter­stat­terin Andrea Bruce, dem ehe­ma­li­gen Vice-Chair­man von Gold­man Sachs und Berater von Mar­garet Thatch­er, Lord Bri­an Grif­fiths, dem Islam-Forsch­er Ednan Aslan und anderen.