
Die verbreitete Vorstellung lautet: Universitäten machen Menschen skeptischer gegenüber Kapitalismus und freiem Wettbewerb. Internationale Daten legen jedoch das Gegenteil nahe.
Eine neue Studie auf Basis großer internationaler Umfragen, darunter World Values Survey, European Social Survey und International Social Survey Programme, zeigt einen bemerkenswert stabilen Zusammenhang: In den meisten Ländern unterstützen Menschen mit höherer Bildung stärker freie Märkte, Wettbewerb und private Eigentumsrechte und stehen staatlicher Regulierung der Wirtschaft skeptischer gegenüber.
Der Effekt zeigt sich in entwickelten Volkswirtschaften ebenso wie in Entwicklungs- und Transformationsländern. Besonders deutlich ist er in postsozialistischen Staaten: Selbst Personen, die noch im Bildungssystem der Sowjetunion ausgebildet wurden, weisen mit zunehmender Bildung systematisch stärkere marktwirtschaftliche Einstellungen auf.
Über verschiedene Datensätze und Länder hinweg bleibt das Ergebnis bemerkenswert stabil: In rund 95 Prozent der untersuchten Fälle korreliert höhere Bildung positiv mit marktwirtschaftlichen Einstellungen.
Der Befund widerspricht damit zwei verbreiteten Narrativen zugleich: der Annahme, Universitäten würden systematisch antikapitalistische Haltungen fördern, ebenso wie der Vorstellung, marktwirtschaftliche Überzeugungen seien primär eine Frage von Einkommen oder sozialer Herkunft. Vielmehr deutet vieles darauf hin, dass Bildung weltweit mit größerer Offenheit gegenüber Wettbewerb, wirtschaftlicher Freiheit und marktbasierten Lösungen verbunden ist.
Die Ergebnisse legen nahe: Bildung stärkt nicht nur individuelle Aufstiegschancen, sondern geht weltweit auch mit größerer Offenheit gegenüber marktwirtschaftlichen Ordnungsprinzipien einher. In diesem Zusammenhang betont Klaus Kumpfmüller, Vorstandsvorsitzender der HYPO Oberösterreich: „Unser breiter Wohlstand ist ein Ergebnis der marktwirtschaftlichen Ausrichtung unserer Gesellschaft unter der Berücksichtigung einer starken sozialen und ökologischen Tangente. Diese Prinzipien müssen wir auch in Zukunft stark betonen, denn sie sind wesentlich für unseren Standort und das gesellschaftliche Miteinander.“
Quelle:
Nye, John V. C.; Bryukhanov, Maksym; Litman, Cheryl; Polyachenko, Sergiy (2026): Education and market liberal preferences. Journal of Economic Behavior & Organization.


