Mutige Vor­bilder inspiri­eren andere Men­schen. Deshalb haben ACADEMIA SUPERIOR und der Vere­in Frauen im Trend die „women4future“-Gesprächsreihe ins Leben gerufen. Dabei wer­den je zwei oberöster­re­ichis­che MUT­macherin­nen vor den Vorhang geholt, die als Vor­re­i­t­erin­nen gel­ten. „Wir wollen Bewusst­sein dafür auf­bauen, was Frauen in Oberöster­re­ich alles erre­ichen kön­nen, wenn sie es sich nur zutrauen“, zeigt sich Obfrau LH-Stv. Mag. Chris­tine Haber­lan­der überzeugt.

Als Familienunternehmen denkt man in Generationen

Die Unternehmerin Mag. Ingrid Trauner führte gemein­sam mit ihrem Mann den Trauner Ver­lag in Linz. Vor weni­gen Monat­en wurde die Unternehmensleitung erfol­gre­ich an die näch­ste Gen­er­a­tion der Fam­i­lie übergeben. Nach­haltigkeit im Geschäft­sleben war für Ingrid Trauner immer ein wichtiges Ziel. „Als Fam­i­lienun­ternehmen denkt man nicht nur in Quar­talsergeb­nis­sen, son­dern in Gen­er­a­tio­nen und investiert auch manch­mal in Pro­jek­te, die sich zwar nicht ökonomisch, aber dafür gesellschaftlich rech­nen“, betonte Trauer.

Im Umgang mit Mitarbeiter*innen plante Ingrid Trauner stets langfristig: „Für uns war immer klar, dass wir Mitar­beit­er und Mitar­bei­t­erin­nen, die in Kinderkarenz gehen, wieder dauer­haft ins Unternehmen zurück­holen wollen. Das ist für eine Geschäfts­führung sehr her­aus­fordernd. Aber es geht, wenn man will.“ Ingrid Trauner bleibt dem Unternehmen als Senior Con­sul­tant ver­bun­den und bringt sich mit ehre­namtlichem Engage­ment bei Sozial­pro­jek­ten ein. „Das Leben ist ein Geben und Nehmen. Ich hat­te viel Glück, da muss man auch etwas zurück­geben“, ist für sie selb­stver­ständlich. Nach 40 Jahren inten­siv­er Arbeit ist es für sie auch nicht vorstell­bar, von heute auf mor­gen untätig zu wer­den.

Nachhaltigkeit ist eine Lebenshaltung

Als zweite MUT­macherin gewährte die Ennser BRG-Pro­fes­sorin Mag. Rein­hilde Spiek­er­mann Ein­blick in ihr Wirken. Seit ihrer Jugend set­zt sie sich für Friedens- und Umweltschutz ein. Nach­haltigkeit ist für sie eine Leben­se­in­stel­lung. Dass das nicht automa­tisch Verzicht auf Wohl­stand heißt, illus­tri­erte sie an vie­len Bespie­len: „Wohl­stand bedeutet für mich nicht nur kon­sum­ieren zu kön­nen, son­dern auch bewusst mit Din­gen umge­hen und zum Beispiel Gebraucht­es wiederzu­ver­wen­den“. Sie hat den Ennser Tal­ente-Tauschkreis begrün­det, ist so weit wie möglich mit dem Fahrrad unter­wegs, und tauscht im Urlaub mit anderen Fam­i­lien Häuser. Ihr eigenes Haus wurde natür­lich als Niedri­gen­ergiehaus mit Son­nen- und Pho­to­voltaik-Kollek­toren gebaut – zu ein­er Zeit, als das noch nicht selb­stver­ständlich war. „Die Leute haben immer gefragt, ob sich das ren­tiert“, berichtet Spiek­er­mann, „Aber offen betra­chtet, ein Mer­cedes ren­tiert sich ja auch nicht.“

Beson­ders freut die Päd­a­gogin, dass ihre Kinder eine ökol­o­gisch bedachte Werthal­tung weit­er­leben: „Wenn man diese Ein­stel­lung vor­lebt, dann gibt man das pos­i­tiv und nach­haltig weit­er“, zeigte sie sich überzeugt.

In ein­er regen und kon­tro­ver­sen Diskus­sion mit den über 30 inter­essierten Gästen wur­den auch Aspek­te zur Nach­haltigkeit rund um Bil­dung, Selb­stver­ant­wor­tung, die Rolle der Eltern und Nach­haltigkeit als poli­tis­ch­er Auf­trag disku­tiert.

Hin­weis: Am 17. April 2020, 18.00 Uhr find­et der 3. Tag der Mut­macherin­nen im Audi­max der Kun­stu­ni­ver­sität Linz statt.