
Mehr Schritte können viele Gesundheitsrisiken langen Sitzens ausgleichen. Beim Herzen stößt Bewegung jedoch an eine Grenze.
Eine aktuelle Studie verknüpfte die Fitbit-Daten von 15.327 Erwachsenen mit ihren elektronischen Gesundheitsakten. Insgesamt werteten die Forschenden mehr als 13,6 Millionen Beobachtungstage aus. Eine höhere tägliche Sitzdauer war dabei unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Herzversagen und koronare Herzkrankheit verbunden.
Der überraschende Befund: Bei Menschen, die täglich 14 Stunden sitzend verbrachten, sank das errechnete Risiko für diese beiden Herzerkrankungen selbst bei bis zu 20.000 Schritten pro Tag nicht auf das Vergleichsniveau der Gesamtgruppe. Bei Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck oder Schlafapnoe konnten zusätzliche Schritte das mit langem Sitzen verbundene Risiko hingegen rechnerisch ausgleichen, wenn auch in sehr unterschiedlichem Ausmaß.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Sitzen und Bewegungsmangel nicht dasselbe sind. Wer sich ausreichend bewegt, kann zwar zahlreiche gesundheitliche Nachteile eines sitzenden Alltags abfedern. Extrem lange Sitzzeiten könnten das Herz-Kreislauf-System jedoch über Mechanismen belasten, die durch zusätzliche Schritte allein nicht vollständig rückgängig gemacht werden.
Für den Alltag bedeutet das: Bewegung bleibt unverzichtbar, sie ersetzt aber nicht das regelmäßige Aufstehen. Der Lauf am Abend macht 14 Stunden im Bürosessel, Autositz Gartenstuhl nicht automatisch ungeschehen. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, zeigen die Ergebnisse Zusammenhänge und keine abschließend bewiesene Ursache-Wirkung-Beziehung.
Quelle:
- Zheng, N. S., Huang, S., Annis, J., Master, H., Full, K. M., & Brittain, E. L. (2026). Daily steps offset risks of sedentary behavior in the All of Us Research Program. Nature Communications, 17, Article 4936. https://doi.org/10.1038/s41467-026–71652‑0


